Ludwig-Hoffmann-Grundschule

Berlin | Friedrichshain-Kreuzberg

Aufmunterung

Brief

Liebe Schülerinnen und Schüler,
die Flure liegen still, das Treppenhaus verwaist, nur die Eichhörnchen flitzen über den Pausenhof, der Bildschirm flimmert unbeachtet. Wir sind ganz ehrlich: Was sich zum Anfang wie Ferien angefühlt hat, ist jetzt ganz schön trostlos. Wer fehlt, das seid ihr! Eine Schule ohne Kinder – das macht keinen Sinn.

Und ihr? Wie geht es euch?
Ihr merkt sicher, wie viele Sorgen sich die Erwachsenen machen. Ihr wisst auch schon viel über die Gefahren des Corona-Virus und weshalb ihr zur Zeit nicht in die Schule gehen könnt.

Wahrscheinlich seid ihr traurig, dass ihr eure Freunde nicht sehen könnt. Ihr seid vielleicht auch traurig, dass das Frühjahrskonzert verschoben werden musste, auf das ihr euch vorbereitet hattet oder eine geplante Klassenfahrt nicht stattfinden kann. All die Geburtstage oder Familienfeiern finden jetzt nur noch im kleinen Kreis statt. Auch wir sind darüber sehr traurig.

Aber eins sollt ihr wissen: viele Erwachsene arbeiten zurzeit pausenlos und unglaublich fleißig, um das Virus zu besiegen. Ärzte, Schwestern, Wissenschaftler, Pfleger, Helfer, Politiker, Journalisten, ja auch die Kassiererinnen im Supermarkt sind stille Helden.

Vielleicht denkt ihr: „Toll, wir wollen auch Helden sein. Aber was müssen wir machen? Hausaufgaben!“

Nein, ihr seid schon jetzt Helden! Noch nie gab es so eine Situation. Noch nie mussten Kinder eine so lange Zeit alleine lernen, arbeiten und durchhalten. Das ist eine nie dagewesene Challenge, eine große Herausforderung! Und wer mit seinen kleinen Geschwistern zwei Wochen ausgehalten hat, ist ohnehin ein Held.

Aber wenn ihr trotz alledem weiter fleißig lernt, dann werdet ihr die Wissenschaftler von morgen. Ihr werdet klüger und cleverer sein, als so ein verzotteltes Virus!

Wir denken an euch und sind an eurer Seite. Und: Kommt bald wieder in die Schule!

Bis dahin wünschen wir euch aber alles Gute, frohe Ostern, trotzdem schöne Ferien. Bleibt gesund!

Es grüßen euch sehr herzlich:

eure Erzieherinnen und Erzieher,
eure Lehrerinnen und Lehrer,
eure Schulsozialarbeiterin Frau Mackeben,
eure Sekretärin Frau Kehl,
euer Hausmeister Herr Paschke, eure Essenfrauen
und Frau Häntsch, Frau Lau und Herr Barthel

Berlin, 27. März 2020